Handykarten-Tauschbörse geschlossen

21.01.2008 | 13:36 Uhr

Nur etwa eine Woche nach ihrer Eröffnung hat der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung die Tauschbörse für SIM-Karten wieder geschlossen - zumindest vorübergehend. Der Arbeitskreis wolle nun die Sicherheit für die Teilnehmer erhöhen. Dennoch werten die Veranstalter die Aktion als Erfolg.

"Jeder hat ein Recht auf anonyme Kommunikation" - so begründete Patrick Breyer noch vor gut einer Woche selbstbewusst die Tauschbörse für SIM-Karten. Nach Negativ-Schlagzeilen über die Folgen, sollte die eigene SIM-Karte vom Tauschpartner für kriminelle Machenschaften genutzt werden, macht der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung nun offenbar einen Rückzieher.

"Überwachung noch wirkungsvoller verhindern"

Auf der Website des Arbeitskreises heißt es nun, man wolle "die Sicherheit der einzelnen Teilnehmer weiter erhöhen und eine Überwachung noch wirkungsvoller verhindern." Dennoch sehen die Veranstalter ihre Aktion als Erfolg: "Die von uns in den Medien präsentierte Tauschbörsen-Vorgehensweise ist lediglich ein legaler Weg, die verdachtsunabhängige Überwachung zu umgehen. Verbrecher hingegen verfügen über ein ganzes Arsenal von (technischen) Umgehungsmöglichkeiten. Wer sich im illegalen Rechtsraum bewegt, dem sind Verbote egal. Und unabhängig davon, wie scharf Kontrollmechanismen sind: von Spezialisten und organisierten Terroristen werden sie immer außer Kraft gesetzt werden können." Ob und wann die Tauschbörse ihren Betrieb wieder aufnimmt ist ebenso wenig bekannt wie die Maßnahmen, die der Arbeitskreis zum Schutz zukünftiger Teilnehmer ergreifen will. (aw)

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