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Spanien: Zwei Jugendliche wegen MAIDS in Behandlung

17.06.08 | 09:32 Uhr

Internet- und Handy-Abhängigkeit, kurz MAIDS: Mode oder Krankheit? In Spanien sind nun zwei Teenager in Behandlung. Aufgrund exzessiver Handynutzung sank die schulische Leistung der beiden rapide ab.

Das Handy, bei einigen klebt es schon auf der Hand, ist heute nicht mehr wegzudenken. Ständig wird geschaut, ob eine Kurzmitteilung eingegangen ist, schließlich soll ja zeitnah geantwortet werden. Sogar beim Gang auf's stille Örtchen wird penibel aufs Telefon geschaut, denn just in dem Moment könnte jemand aunrufen. Nimmt das verlangen nach Erreichbarkeit Überhand, nennt man dies MAIDS (Mobile and Internet Dependency Syndrome). Doch handelt es sich hierbei tatsächlich um eine Krankheit?

Zwanghaftes Telekommunizieren

Zwei spanische Teenies (12 und 13 Jahre) sind genau deswegen in psychischer Behandlung. Handy-Sucht. Unter Handy-Abhängigkeit versteht man den zwanghaften Drang, mit anderen Personen über Telekommunikation in Kontakt treten  oder zumindest erreichbar sein zu wollen. Psychologen sehen hinter dieser Form von Abhängigkeit die Angst vor Einsamkeit und innerer Leere, die besonders in so genannten unproduktiven Momenten (beim Autofahren, in der U-Bahn, auf dem Weg zum Arbeitsplatz, in Pausen, in Warteräumen etc.) bewusst wird.

Ärzte rechnen mit zwei Jahren Therapie

Die spanischen Jugendlichen hätten seit eineinhalb Jahren ununterbrochen ihre Handys ohne die elterliche Kontrolle benutzt. Dabei sanken die schulischen Leistungen rapide. Laut Aussagen von Ärzten soll die Therapie jetzt zwei Jahre dauern, um wieder aus der Sucht zu kommen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser

Laut der spanischen Zeitung El Mundo soll es etwa zehn Prozent handy- und internetsüchtige Teenies in Madrid geben. Die jungen Spanier bekommen durchschnittlich im Alter von zwölf bis 14 Jahren ihr erstes Mobiltelefon. Experten raten dagegen, Kindern und Jugendlichen nicht vor 16 Jahren ein Handy zu kaufen und ein Auge auf die lieben Kleinen zu werfen.

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