Mobilfunk News
Die Unabhängigkeit der Handystudie wird bezweifelt
Keine Tumorgefahr bei Handystrahlung, dennoch wird zu intensiver weiterer Forschung geraten - so lautete gestern das Ergebnis einer aktuellen Studie. Wird die Forschung von der Handybranche subventioniert?
Heute haben Oppositionssprecher in Berlin die Unabhängigkeit des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms (DMF) in Frage gestellt. Kritikpunkt: Die Studie wurde von Mobilfunkunternehmen gesponsert. Außerdem sei die Langzeitwirkung der Handystrahlung weiter unklar.
Wissenschaft durch Subventionierung der Mobilfunker?
Mobilfunkanbieter und das Bundesumweltministerium finanzierten das Forschungsprogramm mit jeweils 8,5 Millionen Euro. Trotz positiver Aussagen von Forschergruppen bestehe weiterhin Forschungsbedarf und ein Krebsrisiko bei Kindern kann nicht ausgeschlossen werden. Sie reagieren möglicherweise empfindlicher auf Handystrahlung als Erwachsene. Unterschiede der Wirkungsweise bei Kindern und Erwachsenen sind allerdings noch nicht in Messvorschriften oder Schutzempfehlungen zu finden.
Klare Standards
Den ersten Schritt zu genauen Aussagen wagte ein Mobilfunkexperte des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): "Solange es keine kindgerechten Schutzstandards für die Nutzung von Mobiltelefonen gibt, fordern wir deshalb für Kinder ein Verbot der Nutzung von Handys." Während die Opposition verlangt, dass es nicht zu einer Dauersubventionierung der Forschungsinstitute durch die Mobilfunkunternehmen kommt, will Bundesumweltminister Gabriel die Forschung zwar fortsetzen, aber die Mittel auf jährlich 500.000 Euro zusammenstreichen. Woher soll das Geld kommen?
Mobilfunker raus
Die Linksfraktion hat eine klare Meinung: Die Mobilfunkindustrie solle sich laut Lutz Heilmann, dem naturschutzpolitischen Sprecher der Linksfraktion, nicht an den Forschungsprogrammen beteiligen. Aus seiner Sicht wurde der "Bock zum Gärtner". Unabhängige Forschungen hätten seit Jahren große Gefahren von der Funktechnik ausgehend bewiesen. Er fordert daher unabhängige Wissenschaftler und genauere Grenzwerte. Weiterhin seien sendefreie Zonen in und um Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten und Altenheimen sowie strengere Genehmigungsverfahren für Mobilfunkanlagen nötig.
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