Apple stellt imposantes Update von iOS 5 und neuen Dienst iCloud vor

07.06.2011 | 11:26 Uhr

Gestern war es mal wieder so weit: Eine Keynote von Apple war angekündigt. Um 19 Uhr unserer Zeit kam Steve Jobs auf die Bühne und begrüßte zu einer Keynote, bei der es um Software gehen sollte. Auf dem Plan stand unter anderem ein Update für iOS und ein neuer Dienst namens iCloud. Fast 1,5 Stunden ging es von Feature zu Feature und da war für jeden etwas dabei. Auffällig sind viele Adaptionen vom Hauptkonkurrenten Android.

Apple iOS 5

Gesund sieht er immer noch nicht (wieder) aus, der gute Steve Jobs. Für einen tosenden Applaus hat es trotzdem allemal gereicht, schließlich ist er für viele iPhone-Nutzer der Multimedia-König oder gar Gott. Doch betrachten wir die Ergebnisse von gestern etwas genauer und objektiver.

Notification Center - Benachrichtigungen auf einen Blick

Definitiv eine tolle Neuerung für alle iOS-Nutzer ist die neue Form von Benachrichtigungen. Diese werden nun zusätzlich in einer neuen App gesammelt, so dass man eine Anlaufstelle für alle Apps hat. Praktisch. Dazu kommt die verdächtig nach Android riechende Benachrichtigungsleiste, die vom oberen Bildrand heruntergezogen werden kann und alle nötigen Informationen enthält.

Endlich: Push-Nachrichten auf dem Sperrbildschirm

Dazu kommen endlich die Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm. Im letzten Jahr nach der WWDC (so heißt die Entwickler-Veranstaltung von Apple) beschwerte ich mich noch im anschließenden Artikel über die vermisste Funktion. Ein nerviges Problem waren immer Benachrichtigungs-PopUps. Besonders während eines Spiels bettelte diese Form der Benachrichtigung um Aufmerksamkeit. Mit iOS 5 meldet sich das iDevice nur noch elegant am oberen Bildrand.

Meine Meinung: Endlich, aber eigentlich schon viel zu spät.

Kamera-Funktionen weiter verbessert

Dieses Thema wurde mit einem kleinen Erfolgsbeweis begonnen: das iPhone ist die zweit meist genutzte Kamera bei Flickr-Uploads. Nicht schlecht. Die Kamera kann nun direkt vom Lock-Screen aus gestartet werden, um bei Schnappschüssen keine Zeit zu verlieren. Nett. Falls eine Code-Sperre eingerichtet ist, braucht die für den App-Start nicht mal überwunden zu werden. Auch hier wieder: Android kann das auch schon!

Direkte Fotobearbeitung in Kamera-App

Ansonsten können Fotos nun direkt im iOS bearbeitet werden. Zumindest ist ein Beschneiden, das Entfernen roter Augen und ein Drehen möglich. Beliebte Kamera-Apps wie Instagram werden dadurch ganz sicher nicht arbeitslos.

Twitter tief in iOS integriert

So ganz ohne Twitter war das iPhone ja noch nie, aber in iOS 5 ist das Netzwerk nun tief in den Haupt-Apps integriert. Mit dem Update kann direkt aus dem Safari-Browser, der Kamera-App, YouTube und Maps getwittert werden. Nett.

Safari wird optimiert

Safari, so der Name des iOS-Browsers, soll auch deutlich verbessert werden. Auf dem iPad gibt es richtige Tabs wie am heimischen PC. Dazu kommt die vom Desktop-Safari bekannte Reader-Funktion. Damit lässt sich der Kern einer Webseite ohne Werbung, Navigation und allem anderen Kram anschauen. Praktisch.

Reading List für alles, was man später lesen möchte

Hinter dem Namen Reading List versteckt Apple eine Funktion, mit der Artikel gespeichert werden können, um sie später zu lesen. Wieder einmal passt hier das Adjektiv praktisch. Gab es als Zusatz-App schon länger, ist aber direkt im OS integriert irgendwie nützlicher.

Reminder: To-Do-Listen

Auf jeden Fall auch keine Revolution, aber netterweise direkt im Betriebssystem integriert, sind Reminder mit Listen-Funktion. Mit der Reminder-App können also zum Beispiel Einkaufszettel angelegt werden und To-Dos gespeichert werden, die man nach und nach abhaken kann. Das ganze natürlich eng verbunden mit der Kalender-App.

Ortsbezogene Erinnerungen

Was mir persönlich besonders gut gefallen hat: Der Location-Based-Reminder. Ich kann zu den einzelnen Reminder-Einträgen auch eine Location angeben. Beispielsweise will ich auf keinen Fall vergessen, meinen Surf-Stick mitzunehmen. Kein Problem: Ich stelle eine Notification ein, die sich meldet, sobald ich mein heimisches WLAN-Netz verlasse.

Mail und WLAN-Synchronisation

Die E-Mail-Applikation Mail wurde auch umgekrempelt, kann nun durchsucht werden und Texte beispielsweise unterstrichen werden. Eine andere, meiner Meinung nach ebenfalls schon längst überfällige Aktualisierung, ist die WLAN-Synchronisation. Bisher ging es immer nur über das lästige Kabel. Wir leben ja schließlich im 21. Jahrhundert, zu Hause pocht immer häufiger High-Speed-WLAN und der Kühlschrank hat auch schon WLAN. Aber einer der Marktführer braucht ein Kabel? Na endlich ist das Geschichte. Ab sofort synchronisiert sich das iPhone, iPad oder der iPod Touch einmal täglich per WLAN.

iPhone-eigener Messanger

Mit iMessage läuft Apple diesmal nicht Android hinterher, sondern BlackBerry. Mit dieser App kann unter iOS-Geräten sehr komfortabel hin- und hergeschrieben werden. Das Problem: Nicht alle Freunde haben ein iOS-Gerät und erst recht nicht mit iOS 5. Also bleibe ich doch lieber bei WhatsApp, was auf allen Geräten läuft.

iCloud

Das dritte Thema des Tages war neben OS X Lion und iOS noch iCloud. Apples Cloud-Service für E-Mails, Bilder, Musik und vieles mehr. Alle Infos dazu gibt es später in einem eigenen Artikel.

Was hat Apple vergessen?

Definitiv wären Widgets eine nette Zusatzfunktion gewesen, die den HomeScreen smarter gemacht hätten. Schade, aber irgendwie verschmerzlich, die Apps öffnen sich ja rasant und die aktuellen Infos bekommt man ja auch über die Notifikation.

Achja, eine Sache fehlt noch: Hardware! Kein neues iPhone, weder 4S noch 5.

iOS 5 soll im Herbst kommen, also muss auf das neue iPhone wohl auch noch ein wenig gewartet werden. Das wird ein harter Sommer!

Fazit zum neuen iOS

Apple gehört definitiv zu den Branchen-Führern und protzt gerne mit Innovationen. Doch diesmal ist das ganze für Insider eher ein Hinterherlaufen. Zumindest was die Ideen angeht. Apples Vorteil: Die Detailverliebtheit bei der Umsetzung. Alles, was vorgestellt wurde, wird auch genauso funktionieren. Es kommt eben alles aus einer Hand und das ist Apples Trumpf. Da verkraften Apple-Kunden auch mal ein Jahr Warten. Das ganze klingt wiedermal nach einer Runden Sache. (vs)

Kommentare

Widgets gibt es wohl auf der Notification Page :)

Ansonsten nette Zusammenfassung.

Gruß,
@HeinzMueller

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