Nokia erweitert Lumia-Familie und stellt das PureView mit 41-Megapixel-Kamera vor

15.03.2012 | 17:39 Uhr

Ich war für euch beim Nokia-“Hands-on“ und habe drei neue Geräte anschauen können. Ich möchte euch gerne einen Einblick in das Lumia 900, Lumia 610 und Nokia 808 PureView geben.

Nokia Lumia 900

Wir haben euch bereits die ersten beiden Lumia-Geräte, das 800 und das 710, vorgestellt. Ab Mai 2012 wird die Lumia-Familie größer. Wie immer setzt Nokia auf ein Portfolio an Geräten, sodass für jeden etwas dabei ist. So jetzt auch bei der neuen Smartphone-Reihe. Wenn man bedenkt, dass nur ungefähr ein Jahr zwischen der Entscheidung für Windows Phone und dem Release von vier Smartphones vergangen ist, ist dieses schon eine große Leistung. Nokia will den Smartphone-Markt ein weiteres Mal angreifen und das mit Windows Phone. Wieso das klappen könnte bzw. wie Nokia sich hervorheben will, möchte ich euch anhand dieser Geräte zeigen.

 

Lumia 900: Einfach nur größer und deswegen teurer?

Mit den Maßen von 127,8 x 68,5 x 11,5 mm und einer Display-Diagonale von 4,3'' ist das Lumia 900 noch etwas größer als das 800. Das Gerät hat ein ClearBlack Display und einen 1,4 Ghz Snapdragon Prozessor. Besonders ist, dass das Gerät aus einem Guss Polycarbonat besteht. Die gesamte Technik wird in diesen Unibody eingebaut. Das Material ist komplett durchgefärbt, was verhindern soll, dass Kratzer sichtbar werden. Wie schon bei dem Lumia 800 und 710, setzt Nokia auf Trendfarben. Warum müssen Smartphones immer schwarz oder grau sein? Cyan soll bis jetzt sehr gut bei Nokias Kunden ankommen. Doch ein farbiges Gerät ist nicht gleich ein gutes Gerät. Trotzdem muss man sagen, dass das Lumia 900 wertig verarbeitet ist. Es liegt sehr gut in der Hand und fühlt sich robust an. Wie oft, ist auch dieses Nokia-Gerät stabil und sieht auch noch gut aus. Mir persönlich ist es nur etwas zu groß. Unterstützt wird das Gerät zusätzlich noch von HSDP+, also bis zu 42 Mbps im Download. Für Fotos ist eine 8 Megapixel Kamera mit einem Carl-Zeiss Objektiv eingebaut. Mit dieser Kamera ist auch das Lumia 800 ausgestattet. Das Lumia hat außerdem einen doppelten LED-Blitz und eine Frontkamera. Die Frontkamera kann für Videotelefonie genutzt werden. Da Skype bis jetzt jedoch nur als Beta-Version angeboten wird, muss Nokia sich mit der Konkurrenz „Tango“ zufrieden geben. Ob Nutzer diese Applikation wirklich nutzen werden, ist noch offen. Der größte Unterschied zum 800 sind die Größe selbst und die Frontkamera. Preistechnisch wird es sich wohl irgendwo zwischen 400 und 500 Euro befinden.

 

Lumia 610: Von Mango zu Tango

Das Portfolio von Nokias Smartphones wird nicht nur nach oben, sondern auch nach unten erweitert. Mit dem Lumia 610 bringt Nokia ein weiteres Einsteigergerät auf den Markt. Rein äußerlich besteht kein großer Unterschied zum Lumia 710. Das Display mit 3,7'' Diagonale und auch die Maße von 119 x 62 x 12 mm sind identisch. Der Preis liegt unter dem des 710. Deutlicher wird der Unterschied, wenn man das Innenleben des Geräts betrachtet. Hier ist kein 1,4 GHz, sondern nur ein 800 MHz Prozessor vorhanden. Es handelt sich um das erste Windows Phone 7 Gerät, welches mit dem Update Tango erscheinen wird. Das Update läuft nämlich auch auf schwächeren Smartphones mit 800 GHz Single-Core-Prozessoren und 256 MByte RAM. Nachteil dabei ist: Einige Apps werden nicht laufen und es gibt keinen automatischen Foto-Upload in die Microsoft-Cloud „Skydrive“. Nokia sagt: „Für wen ist es schon wichtig, dass Fotos automatisch hochgeladen werden?“. iPhone-Nutzer schreien: „Für uns!“. Der Großteil aller Apps soll funktionieren und sämtliche Core-Apps von Nokia seien überhaupt nicht betroffen.

 

Nokia 808 PureView: Ohne WP7 und trotzdem leistungsstark

Im zweiten Quartal 2012 wird Nokia noch ein weiteres Gerät auf den Markt bringen, welches noch mit Nokias eigenem Betriebssystem Symbian läuft. Und ausgerechnet dieses Gerät gewann in Barcelona den Preis „Best New Mobile Handset, Device or Tablet at Mobile World Congress 2012“.

Kern des Geräts ist nämlich nicht das Betriebssystem, sondern die Kamera. Im PureView ist eine 41 Megapixel Kamera mit einem Carl-Zeiss Objektiv verbaut. Das Gerät hat einen Xenon-Blitz und zusätzlich noch ein LED-Licht. Inspiriert wurde Nokia von der Technik des Hubble-Weltraumteleskops. Die Entwicklung der Kamera selbst hat ungefähr fünf Jahre gedauert. Deswegen ist das 808 PureView auch „nur“ ein Symbian-Gerät. Aber Andeutungen konnte ich klar raushören. Fünf Jahre Forschung und Entwicklung sollen natürlich nicht nur in einem Gerät verbaut werden. Mehr Pixel heißt natürlich nicht, dass die die Qualität der Bilder besser werden muss. Nokia selbst nennt ihr Konzept: „More pixels vs. better pixels“. Wieso soll die 41 MP Kamera also besser sein? Der Trick ist, dass Fotos mit dem 808 zwar mit 41 MP geschossen werden, die Fotos selbst werden dann jedoch auf fünf oder auch acht Megapixel heruntergerechnet. Die Fotos sind scharf und auch beim digitalen Zoomen ist die Qualität noch sehr gut. Da wir jedoch nur einen Prototypen anschauen konnten, hatten wir nicht die Möglichkeit Bilder auf einem Notebook anzuschauen. Die Bild-Qualität auf dem Gerät selbst ist aber super. Auch die Videos in Full-HD sehen klasse aus. Nokia präsentierte uns Konzertaufnahmen, wo auch die Soundaufnahme sehr gut war. Vielleicht ist das das Ende der unerträglichen Konzertvideos auf Youtube. Für eine bessere Nutzung wurde das User Interface der Kamera verändert. Neben vielen neuen Einstellungsmöglichkeiten kann man unter anderem mit einem Fingerwisch nach oben oder unten rein- oder rauszoomen. Dieses geht sowohl in der Foto-, als auch in der Videofunktion. Man kann außerdem drei Kreativmodi einstellen, auf welche ihr mit wenigen Klicks schnell zugreifen könnt. Auch dieses Nokia ist gut verarbeitet, allerdings an der dicksten Stelle sogar 17,95 mm dick. Das liegt an einem weiteren Prozessor, welcher im Sensor verbaut ist. Das Nokia 808 PureView hat einen 1,3 GHz Prozessor, 16 GB internen Speicher und 512 MByte RAM.

 

Drei neue Geräte und nun?

Im Gegensatz zu anderen, nicht unbedingt unbekannten Herstellern, setzt Nokia nicht auf das Motto „One size fits all“. Nokia liefert nun ein Angebot, ob die Nachfrage da ist, steht noch in den Sternen. Laut Nokia soll das Lumia 800 zumindest sehr erfolgreich sein. Schwieriger wird es aber nun für Käufer, zu unterscheiden, welches Gerät das richtige ist. Die Geräte der Lumia-Familie unterscheiden sich nicht direkt auf einen Blick voneinander. Für wen eine 41 MP Kamera in Frage kommt, der hat es schon leichter.

 

 

(lw)

Kommentare

Für Businessuser hat Nokia noch nichts. Es fehlt ein E7 mit Windows Phone.

Ich denke, dass Nokia erstmal irgendeinen Anfang machen wollte. Wenn das neue Modell funktioniert, werden bestimmt noch weitere WP7-Geräte kommen.

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