Location and Commerce: Nokia erweitert Karten-Dienst

20.03.2012 | 13:42 Uhr

Heutzutage ist es schwierig sich überhaupt noch zu verirren. Weiß man nicht mehr weiter, zückt man sein Smartphone und lässt sich die Route von Google Maps anzeigen. Ob Google Latitude oder Google Places, der Google-Dienst ist in Android-Geräten schon stark integriert. Karten inklusive Street View sind auch auf dem iPhone vorinstalliert. Das bedeutet aber nicht, dass es keine anderen Anbieter für Ortungsdienste und Navigation gibt. Nokia Maps oder Nokia Karten ist nicht neu und auch dieser Dienst bietet den Nutzern eine kostenlose Navigation. Doch wieso sollte man nun auf Nokia umsteigen, wenn wir alle schon mit Googles Karten vertraut sind? Nokia hat uns einen kurzen Einblick in das bisherige Angebot gegeben und zukünftige Pläne vorgestellt.

Nokia Maps

Die „Where“-Generation

Das Geschäftskonzept von Nokia nennt sich auch „Where“-Company. Wir sind überall und immer online. Um die Frage „Wo?“ zu beantworten, liefert Nokia nun verschiedene Applikationen. Mit anderen Worten: „Was kann ich wo mit wem machen?“. Dass Nokias Kartendienst nicht zu unterschätzen ist, zeigen die Yahoo Maps, welche „powered by Nokia“ sind. Ziel ist es auch Bing Maps auf Nokias Windows Phone Geräten komplett zu ersetzen.

Nokia Maps

Mit Nokia Maps kann man sich nicht nur eine Route von A nach B anzeigen lassen, sondern auch die wichtigsten Orte in der Umgebung. Habt ihr einen Lieblingsort, lässt sich dieser auch ganz einfach unter Favoriten einspeichern. Möchtet ihr diesen Ort weiterempfehlen, tut ihr dieses per Email, SMS oder mit einem Post. Da Nokia durchaus bewusst ist, dass nicht alle Nutzer Nokia-Endgeräte haben, läuft die Weiterempfehlung über einen Link zur mobilen Webseite von Nokias Karten. Ob iOS- oder Android-Gerät, alle eure Kontakte können sich euren Aufenthaltsort einfach anzeigen lassen. Auch für Desktop-Nutzer steht das Kartenmaterial zur Verfügung: http://maps.nokia.com.

Einige Städte können sogar in einer animierten 3D-Ansicht dargestellt werden. Dafür muss jedoch ein Plug-in installiert werden.

Nokia Drive

Auch mit Google-Anwendungen kann man sich bei der Autofahrt navigieren lassen. Wie differenziert sich Nokia Drive von anderen Anbietern? Nokia sagt, dass ihre Nutzer mit Informationssystemen durch die Welt laufen. Die Technik in Smartphones gibt sehr viele Informationen über die tatsächliche Nutzung wieder. Wieso sollen diese Informationen nicht anonym genutzt werden, um einen Mehrwert für andere Nutzer herzustellen? Dank Sensoren, GPS usw. weiß man heute: „Wer sucht was und wo?“. Nutzer von Nokia-Geräten können zum Beispiel die Informationen liefern, wie schnell der Verkehr auf bestimmten Straßen fließt. Diese Fließgeschwindigkeit kann also ausgewertet werden und zum Beispiel anderen Nutzern von Nokia Drive zeigen, dass ein Umweg an diesem Morgen schneller ist. Aktuelle Informationen können in Echtzeit dargestellt werden. Es soll sogar so weit gehen, dass die Nokia Drive-Kachel am morgen vor der Arbeit auf dem Homescreen grün, gelb oder rot anzeigt. Bei „rot“ braucht man somit gar nicht mehr losfahren. Zusätzlich wird auch direkt die benötigte Zeit für die eingespeicherte Strecke eingeblendet.

Das Update von Nokia Drive soll zum einen nicht nur online, sondern auch offline verfügbar sein. Verkehrsmeldungen funktionieren natürlich nicht bei einer Offline-Nutzung. Außerdem kann der Fahrer bei Überschreitung des Tempolimits gewarnt werden. Wie sensibel das Gerät reagieren soll, kann der Nutzer jedoch selbst einstellen.

Nokia Transport

Für die Lumia-Geräte gibt es Nokia Transport zunächst nur als Beta-Version.  Auch diese App berechnet Routen, jedoch für die Nutzung zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei dieser Anwendungen bekommt man angezeigt, wie weit man laufen muss und auch wann der Bus oder die Bahn kommt. Mit einem einfachen Fingerwisch nach rechts oder links können auch frühere oder spätere Verbindungen aufgerufen werden. Nokia Transport funktioniert für ungefähr 510 Städte, Echtzeitdaten für Timetable-Informationen sind aber nur in ca. 72 Städten verfügbar. Interessant ist es auch, dass man Ziele als Shortcut auf dem Homescreen speichern kann. Je nachdem wo man sich befindet, wird die Route ortsabhängig berechnet. Die Kachel zeigt also immer „live“, welches die nächsten Zug-, Bus- oder Bahnverbindungen für euer eingespeichertes Ziel sind.

Nokia City Lens

Auch „Augmented Reality“ soll bei Nokia vertreten sein. Das bedeutet, dass man mit Nokia City Lens die aktuelle Umgebung auf dem Display angezeigt bekommt. Im Landscape-Modus wird also die Umgebung  von der Smartphone-Kamera dargestellt. Auf dem Display werden dann Gebäude usw. markiert und es können weitere Informationen aufgerufen werden. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit nach Kategorien, wie z.B. Hotels, Unterhaltung o.ä. zu filtern. Dreht man das Nokia aus dem Landscape-Modus in die normale Telefonansicht, werden interessante Orte in der Umgebung aufgelistet. Sobald man einen bestimmten Ort auswählt, wird die Route in Nokia Maps angezeigt. Ein weitere sehr gute Idee ist, dass man das Gerät bei der Nutzung von Nokia City Lens auch einfach drehen kann, sodass es zum Boden zeigt. Dann bekommt man direkt eine Kartenansicht mit dem aktuellen Aufenthaltsort.

Nokia Pulse

Im Gegensatz zu Facebook, Foursquare oder Twitter, ist Nokia Pulse weniger öffentlich. Man beschränkt sich auf einen bestimmten kleinen Kreis von Leuten, für welche der Aufenthalt wirklich relevant ist. Es geht also weniger um ein soziales Netzwerk, sondern viel mehr darum, möglichst schnell den wichtigsten Personen aus dem eigenen Kreis über den aktuellen Ort zu informieren. Ein mögliches Nutzungsszenario wäre: „Ich bin gerade gelandet und komme in Terminal A an. Holst du mich da ab?“.

Auf der einen Seite macht Nokia deutlich, durch welche Applikationen und Fähigkeiten sich Nokia-Geräte mit Windows Phone von anderen Windows Phone Geräten abheben. Auf der anderen Seite versucht Nokia jedoch auch einen Verbindung zu anderen Geräten und anderen Betriebssystemen herzustellen. Über die mobile Seite von Nokia Maps können „smartphone-weit“ Orte ausgetauscht werden. Apps wie Nokia Transport werden über den Marketplace auch Nutzern von anderen Windows Phone Geräten zur Verfügung gestellt.

  (lw)

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